Rituale der Eishockey-Stars #3: Spielvorbereitungs-Spleens

Rituale der Eishockey-Stars #3: Spielvorbereitungs-Spleens

Für Profis ist es äußerst wichtig, vor dem Spiel in die richtige Stimmung zu kommen. In dieser besonderen Drucksituation ist es für sie unerlässlich, die richtige Balance zwischen einer gewissen Lockerheit und dem nötigen Fokus zu finden. Viele haben eine bestimmte Routine entwickelt, die sie dabei unterstützen soll.

Im ersten Teil dieser Rubrik ging es um bestimmte Ernährungsrituale, im zweiten um einen bestimmten Umgang mit der eigenen Ausrüstung. Die Spielvorbereitungsrituale erstrecken sich aber auch noch auf andere Verhaltensweisen, die einige Spieler mit der Zeit entwickelt haben. Sie mögen teilweise etwas seltsam anmuten, scheinen aber durch ihre fortwährende Wiederholung dazu beizutragen, die Profis in den richtigen mentalen Zustand für ein Spiel zu versetzen.

Da wäre zum Beispiel der Center der St. Louis Blues Ryan O’Reilly, der nach dem Betreten der Arena erstmal ins Kaltwasserbecken geht, weil er glaubt, dass ihn das erst richtig aufwecke. Außerdem seien seine Beine erst danach in der richtigen Verfassung für das folgende Spiel.

Karl Alzners Ritual spielt sich dagegen direkt vor Spielbeginn ab. Als stolzer Kanadier klopft er während der Hymne exakt 88-mal mit dem Schläger auf das Eis und zeichnet das Ahornblatt der kanadischen Flagge nach.

Es geht aber auch noch etwas kurioser: Der kanadische Verteidiger Stéphane Quintal stellte an jedem Spieltag ab 13.30 Uhr das Reden ein. Er reagierte nicht mehr auf Fragen und nahm auch keine Anrufe mehr an.

Während man diesem Spleen aber vielleicht noch zugestehen kann, dass er den Spieler möglicherweise vor einer Partie in den nötigen Tunnel versetzt, gibt es auch einige Verhaltensweisen, für die wohl eher Aberglaube die Begründung darstellt. Viele Profis haben beispielsweise eine bestimmte Reihenfolge beim Anziehen ihrer Ausrüstung. Andere legen Wert darauf, das Eis nach dem Aufwärmen als Letzte zu verlassen.

Was passieren kann, wenn eine solche Routine vereitelt wird, konnte man im Conference-Finale 1987 zwischen den Montreal Canadiens und den Philadelphia Flyers miterleben. Montreals Claude Lemieux schoss vor jedem Spiel am Ende des Aufwärmens einen Puck quer über das Eis ins gegnerische Tor. Als der Puck vor dem sechsten Spiel von Flyers-Ersatztorhüter Chico Resch aufgehalten wurde, drehte Lemieux durch und eine der berühmtesten Schlägereien der NHL-Geschichte brach los.

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