DEB und Sportdirektor Schaidnagel gehen getrennte Wege

DEB und Sportdirektor Schaidnagel gehen getrennte Wege

Nach monatelangen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Verbandsspitze hat der DEB nun personelle Konsequenzen gezogen und Sportdirektor Stefan Schaidnagel mit sofortiger Wirkung freigestellt. Schaidnagel gilt als mitverantwortlich für die positive Entwicklung des deutschen Eishockeys und wurde sogar als potenzieller DEB-Präsident gehandelt.

Der DEB trennt sich ab sofort von seinem Sportdirektor Stefan Schaidnagel “aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Personalführung des Verbandes, unter denen eine weitere Zusammenarbeit nicht zielführend fortgeführt werden kann”. Zuvor hatte es monatelang Berichte über einen Konflikt mit DEB-Präsident Franz Reindl gegeben, der ihm nun offenbar zum Verhängnis wurde.

Stefan Schaidnagel war 2015 als Bundestrainer Wissenschaft und Ausbildung zum DEB gekommen. Er war in dieser Funktion verantwortlich für die Umsetzung des Nachwuchskonzepts “POWERPLAY 26”. Seit 2017 war Schaidnagel dann Sportdirektor, seit 2019 in Generalverantwortung. Er gilt als einer der Architekten der erfolgreichen Arbeit des Verbands in den letzten Jahren, die im Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 2018 resultierte. Als DEB-Sportdirektor hatte er sich den Ruf erarbeitet, forsch und selbstbewusst Reformen anzustoßen und dabei auch vor personellen Veränderungen nicht zurückzuschrecken.

Zuletzt war es jedoch wohl zu unterschiedlichen Ansichten über die Ausrichtung des Verbands mit Präsident Franz Reindl gekommen. Eigentlich galt Schaidnagel sogar als aussichtsreicher Kandidat für dessen Nachfolge, wenn Reindl der nächste Präsident des Weltverbandes IIHF werden sollte. Diese Pläne haben sich nun jedenfalls abrupt erübrigt.

Übergangslösung fliegt mit nach Kanada

Nach der kurzfristigen Trennung musste nun ein Ersatz gefunden werden, der anstelle Schaidnagels die U20-Nationalmannschaft bei ihrer WM in Kanada begleitet. Dieser wurde in Christian Künast gefunden, der noch bis Ende 2018 selbst U20-Coach war und bereits beim Deutschland Cup 2020 als Interims-Sportdirektor fungiert hatte.

Aktuell ist Künast eigentlich Trainer der Frauennationalmannschaft. Diese wiederum wird bei den anstehenden drei Testländerspielen gegen die Schweiz von U18-Frauen-Bundestrainerin Franziska Busch betreut.

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