Deutsche NHL-Legionäre #3: Uwe Krupp

Deutsche NHL-Legionäre #3: Uwe Krupp

„Unsung Hero“, NHL All-Star, Stanley-Cup-Champion. Uwe Krupp war der erste deutsche Eishockey-Superstar und damit Wegbereiter für jene, die ihm noch folgen sollten. Der große Verteidiger war eigentlich eher für seine robuste Spielweise in der Defensive bekannt, doch sein größter Karrieremoment war ein entscheidendes Tor.

Udo Kießling absolvierte 1982 als erster Deutscher ein NHL-Spiel. Nach ihm etablierte sich Uli Hiemer zwischen 1984 und 1987 in der Liga. Was den deutschen NHL-Pionieren jetzt noch fehlte, war ein echter Star, der sowohl Titel als auch individuelle Auszeichnungen gewinnen konnte. Diese Rolle sollte der Kölner Uwe Krupp übernehmen.

In der Saison 1983/84 spielten die drei Größen des deutschen Eishockeys Kießling, Hiemer und Krupp bei den Kölner Haien und feierten zusammen die Deutsche Meisterschaft. Hiemer ging direkt im Anschluss in die NHL. Der knapp drei Jahre jüngere Krupp blieb noch zwei weitere Jahre in Köln und gewann 1986 eine weitere deutsche Meisterschaft.

Danach schien es auch ihm Zeit für den Wechsel nach Übersee. Er war bereits 1983 von den Buffalo Sabres in der 11. Runde an insgesamt 214. Stelle gedraftet worden. Zuerst spielte er bei deren Farmteam Rochester Americans in der AHL und gewann dort sogar die Meisterschaft. Schnell durfte er aber auch in der NHL auflaufen. In seiner Zeit bei den Sabres bekam er deren Award für den “Unsung Hero” (“Unbesungener Held”) und wurde 1991 ins NHL All-Star Game gewählt.

Krupp entscheidet Stanley-Cup-Finalserie

Über die New York Islanders kam Krupp zu den Québec Nordiques, die 1995 nach Denver umzogen und fortan Colorado Avalanche hießen. Direkt in der ersten Saison am neuen Standort zogen die Colorado Avalanche in die Finalserie um den Stanley Cup gegen Überraschungsfinalist Florida Panthers ein. Beim Stand von 3:0 in der Finalserie benötigte Colorado nur noch einen Sieg, um die Best-of-Seven-Serie für sich zu entscheiden.

Im vierten Spiel stand es eine halbe Ewigkeit 0:0 und das Marathon-Match befand sich bereits in der dritten Overtime, als Krupp von der blauen Linie abzog und der Puck aus eigentlich ungünstigem Winkel seinen Weg ins Tor fand. Spätestens nach diesem Triumph war Krupp eine lebende Legende des deutschen Eishockeys. Nach 810 NHL-Spielen, in denen er 310 Scorerpunkte sammelte, beendete er 2002 seine aktive Karriere.

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