Ausnahmespieler #2: Mario Lemieux

Ausnahmespieler #2: Mario Lemieux

Für insgesamt zehn Spieler wurde von der Hockey Hall of Fame die Regel außer Kraft gesetzt, die normalerweise eine dreijährige Wartezeit zwischen Karriereende und Aufnahme vorsieht. Einer dieser zehn Ausnahmespieler ist Mario Lemieux, der schon früh als offensives Ausnahmetalent galt und auf seinem Weg zur NHL-Legende sämtliche Widrigkeiten überwand.

Der aus Montreal stammende Mario Lemieux war bereits in jungen Jahren für viele ein Versprechen an die Zukunft des Eishockeys. Er schaffte es bereits als Sechsjähriger, dass bis zu 5.000 Zuschauer die Partien seiner Montreal Hurricanes besuchten, um ihn spielen zu sehen. Auch als er ab 1981 für drei Spielzeiten in der kanadischen Juniorenliga LHJMQ spielte, wurde er seinem außerordentlichen Ruf gerecht. In seiner letzten Saison erzielte er 133 Tore sowie 282 Scorerpunkte in 70 Spielen – beides Ligarekord.

Folgerichtig wurde der junge Center im NHL Entry Draft 1984 von den kriselnden Pittsburgh Penguins an insgesamt erster Stelle ausgewählt. Das Team war in Pittsburgh unbeliebt und stand kurz vor einem Standortwechsel, doch die Ankunft von Lemieux änderte alles. Seinetwegen kamen plötzlich wieder Zuschauerscharen und durch seine unfassbaren Scoring-Qualitäten stellte sich auch bald der sportliche Erfolg ein, der in den Stanley-Cup-Siegen 1991 und 1992 gipfelte.

Sein größter Sieg

Immer wieder hatte Lemieux allerdings auch mit langwierigen Verletzungen zu kämpfen. Besonders seine wiederkehrenden Rückenbeschwerden zwangen ihn oft zum Zusehen. Im Jahr 1993 wurde bei ihm dann Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert, woraufhin er sich einer erfolgreichen Strahlentherapie unterzog. Bereits am Abend seiner letzten Behandlung stand er wieder auf dem Eis und erzielte ein Tor und eine Vorlage.

Er spielte noch vier weitere Saisons, wobei er immer wieder von seinem Rücken geplagt wurde und die Saison 1994/95 sogar komplett aussetzen musste. Im Jahr 1997 gab Lemieux dann sein Karriereende bekannt und wurde direkt in die Hall of Fame aufgenommen. Ein Jahr später erwarb er seine insolventen Pittsburgh Penguins und rettete den Club damit zum zweiten Mal. Im Jahr 2000 sorgte er dann für ein Novum in der NHL-Geschichte, als er für die Penguins nochmal aufs Eis zurückkehrte und damit gleichzeitig Spieler und Besitzer eines Teams war. Erst 2006 beendete er dann endgültig seine Karriere.

Meisterstück an Silvester

Vieles könnte über die außergewöhnliche Karriere des Mario Lemieux geschrieben werden. Er gewann Titel sowohl mit den Penguins als auch mit der kanadischen Nationalmannschaft. Er heimste individuelle Auszeichnungen in Serie ein. In nahezu jeder offensiven Kategorie ist er in den Bestenlisten ganz weit vorn zu finden.

Einen Rekord hat er jedoch exklusiv: Am 31. Dezember 1988 erzielte er beim 8:6-Sieg über die New Jersey Devils fünf Tore in allen fünf denkbaren Spielsituationen. Zuerst netzte er bei gleicher Mannschaftsstärke, dann in Unterzahl, dann in Überzahl, dann mit einem Penalty und eine Sekunde vor Schluss noch ins leere Tor. Dieses Kunststück blieb vor und nach ihm unerreicht.

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