Kritik an WM in Belarus wird lauter

Kritik an WM in Belarus wird lauter

Die Weltmeisterschaft des Eishockey-Weltverbands IIHF soll 2021 in Belarus und Lettland stattfinden, doch die politische Situation in Belarus stört dieses Vorhaben erheblich. Co-Gastgeber Lettland hat ganz offiziell Bedenken angemeldet. Obwohl aktuell noch nicht davon gesprochen wird, Belarus die WM wegzunehmen, ist bereits inoffiziell ein Ersatzgastgeber im Gespräch, der ebenfalls politische Brisanz mitbringt.

Nachdem in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie die Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz abgesagt werden musste und deshalb erstmals seit 1988 keine WM stattfand, ist die nächste Ausgabe im Jahr 2021 sowohl für den Verband IIHF als auch für die Fans von doppelter Wichtigkeit. Doch die Welt blickt gerade aus ganz anderen Gründen auf Co-Gastgeber Belarus.

Nach dem umstrittenen Wahlsieg von Machthaber Alexander Lukaschenko kam es zu Massenprotesten, die von der Regierung bis heute gewaltsam bekämpft werden. Das Wahlergebnis wird auch von internationalen Beobachtern angezweifelt.

Co-Gastgeber Lettland hatte deshalb bereits im Sommer beim IIHF angeregt, die WM in ein anderes Land zu verlegen, falls sich die Situation in Belarus nicht ändert. Man selbst wollte aber Gastgeber bleiben. Damals hielt der IIHF noch an beiden Gastgebern fest, doch das könnte sich nun ändern.

Expertenkommission meldet Zweifel an

Der Präsident des IIHF René Fasel hat eine Expertenkommission aus Historikern, Medizinern und Marketing- sowie Wirtschaftsexperten einberufen, um die Durchführbarkeit der WM in Belarus und Lettland zu bewerten. Die Kommission hat nun ihren Bericht veröffentlicht, der starke Zweifel an Belarus als Gastgeber hegt. Vordergründig geht es dabei nicht um die politische Situation, sondern um den Umgang des Landes mit der Corona-Pandemie. Die Experten kritisieren die Maßnahmen durch Machthaber Lukaschenko, der die Pandemie lange kleingeredet hatte, als unzureichend.

Als Ersatz ist nun ausgerechnet Belarus’ Schutzmacht Russland im Gespräch, doch auch diese Alternative ist problembehaftet. Der Internationale Sportgerichtshof CAS entscheidet voraussichtlich zum Jahresende über die vierjährige Sperre gegen Russland wegen des Dopingskandals. Sollte diese bestätigt werden, dürfte Russland, das mit Sankt Petersburg auch Gastgeber der IIHF-Weltmeisterschaft 2023 ist, vier Jahre lang kein solches Turnier ausrichten. Es bleibt also spannend.

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