Befreit den Kraken: Die Tintenfisch-Tradition der Detroit Red Wings

Befreit den Kraken: Die Tintenfisch-Tradition der Detroit Red Wings

Wenn die Detroit Red Wings in den NHL-Playoffs stehen, bietet sich bei den Heimspielen ein skurriles Bild, denn nach der Nationalhymne und nach erzielten Toren werden tote Tintenfische aufs Eis geworfen. Die etwas makabre Tradition gibt es bereits seit fast 70 Jahren.

Im Jahr 1952 unterschied sich die NHL deutlich von ihrer heutigen Form. Es gab nur sechs Teams, von denen die ersten vier in die Playoffs kamen. Um den Stanley Cup zu gewinnen, musste man dort zwei Best-of-Seven-Serien für sich entscheiden. Acht Playoff-Siege für den Stanley Cup also.

In Detroit nahmen die beiden Fischhändler Pete und Jerry Cusimano diese Tatsache zum Anlass, um die Red Wings auf ihre Weise anzufeuern. Am 15. April 1952 warfen sie vor dem ersten Playoff-Spiel gegen die Toronto Maple Leafs einen Oktopus aufs Eis, dessen acht Arme symbolisch für die acht Siege stehen sollte, die es auf dem Weg zum Stanley Cup zu erringen galt. Aus Sicht der Detroit-Fans war die Aktion mehr als erfolgreich: Sowohl die Halbfinalserie gegen die Maple Leafs als auch die Finalserie gegen die Canadiens de Montréal gewannen die Red Wings jeweils mit 4:0 und krönten sich damit zum fünften Mal in ihrer Geschichte zum NHL-Champion.

Tintenfische über Al

Bis heute sind bei den Red Wings sechs weitere Stanley Cups hinzugekommen und wenn es nach den Fans geht, haben die Tintenfische daran einen erheblichen Anteil. Die Tradition lebt fort und treibt interessante Blüten.

Eismeister Al Sobotka ist in der Little Caesars Arena, der Heimstätte der Red Wings, dafür verantwortlich, die durchschnittlich 25 Tintenfische pro Playoff-Spiel vom Eis zu holen. Er schwenkt sie dabei unter dem Jubel der Fans über seinem Kopf. Dies wurde ihm zwischenzeitlich von der NHL verboten, mittlerweile aber wieder erlaubt.

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Etwas zu schwer zum Schwenken war 1996 der 23 Kilogramm schwere Tintenfisch, der im Conference-Finale gegen die Colorado Avalanche aufs Eis geworfen wurde. Stattdessen fuhr Sobotka den Koloss zwischen den Dritteln auf seiner Eismaschine umher.

Das Maskottchen der Red Wings ist natürlich auch ein Oktopus, der Sobotka zu Ehren Al genannt wird. Da es mittlerweile 16 statt der ursprünglichen 8 Siege braucht, um den Stanley Cup zu gewinnen, hängen während der Playoffs in der Little Caesars Arena gleich zwei riesige Als unter der Decke.

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